Tropfen auf Stein
Illustration: Goethe-InstitutFrauen, die sich gegen den Totalitarismus auflehnten, sich für andere einsetzten und sich in männlich dominierten Berufsfeldern behaupteten.
Kennen Sie Dagmar Burešová? Wussten Sie, dass Beatrix Pospíšílová Čelková die jüngste europäische Spionien war und während des 2. Weltkrieges Juden und Widerstandskämpfern half? Oder wie die Journalistin hieß, in die sich der ablebende Franz Kafka unsterblich verliebte? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt Ihnen die Ausstellung „Tropfen auf Stein“, die wir vom Goethe-Institut Prag leihen konnten. Die Ausstellung ist besonders, da sie versucht, ein Buch in den Ausstellungsraum zu übertragen. Genauer gesagt, seine einzigartigen Illustrationen.
Das Buch Kapky na kameni (Tropfen auf Stein) hatte Pech. Es erschien während der Pandemie und musste seinen Weg zu den Leser*innen finden. Dennoch ist es sowohl inhaltlich als auch visuell bemerkenswert. Inhaltlich knüpft es an das sehr beliebte und in viele Sprachen übersetzte BuchGood Night Stories for Rebel Girls (Gutenachtgeschichten für kleine Rebellinnen) an und erzählt die Geschichten von 50 realen Frauenfiguren aus der tschechischen und slowakischen Geschichte und Gegenwart. So lernen die Leser:innen das Schicksal von Frauen kennen, die sich nicht scheuten, sich gegen den Totalitarismus zu stellen, von Frauen, die trotz widriger Umstände in Berufen glänzten, die bis dahin nur Männern vorbehalten waren, oder von Frauen, die sich um andere kümmerten und sich nicht scheuten, ihre Meinung zu äußern.
Das Hauptziel der gleichnamigen Ausstellung des Goethe-Instituts ist es, den vielfältigen Überblick über Illustrationstechniken in den Ausstellungsraum zu übertragen. Ein interessanter Aspekt ist die Verbindung von Text und Bild. Die Illustrationen des Buches Kapky na kameni richten sich an ein junges Publikum und wählen daher eine sehr spezifische, verspielte, farbenfrohe und originelle Form. Sie erzählen Geschichten, ähnlich wie der Text, den sie illustrieren. Sie weisen Attribute zu, porträtieren ausgewählte Persönlichkeiten, versetzen die Betrachter:innen in die Zeit zurück, in der sie lebten, oder in die Probleme, mit denen sie konfrontiert waren, und bleiben dabei trotzdem durch und durch intime Kunstwerke.
Kurator:innen der Ausstellung:
Martina Zuzaňáková, Jana Kosková
Mitwirkende:
Lenka Holíková, Franz Tišek, Kamila Musilová, Monika Kompaníková, Maria Rojko, Klára Arpa, Tomáš Moravec, Petra Kulanová
Grafisches Design:
Lenka Bartoschek, Johny Bartoschek (wwworks.)