Johnny zieht in den Krieg
Gerhard-Hauptmann-Theater Zittau GörlitzSchauspiel nach dem Roman „Johnny got his gun“ von Dalton Trumbo. Gastspiel vom Georg-Hauptmann-Theater aus Zittau.
Joe Bonham, ein junger US-Soldat, wird im I. Weltkrieg in Europa durch eine Granate fast getötet. Er verliert seine Arme und Beine, sein Gesicht, die Augen, die Ohren, Nase und Mund.
Er kann weder sehen, noch hören, auch nicht sprechen, nur sein Rumpf und das Gehirn haben die Explosion und die medizinischen Operationen überlebt. Joe kann denken, in einem Krankenhausbett erwachend erfasst er seine Lage, er spürt den Stoff auf seiner Haut, den Luftzug im Raum und Berührungen, er kann sich erinnern, an den Krieg, an seine Kindheit, die Eltern, die erste Liebe, aber verständlich machen kann er sich nicht.
Gefangen im eigenen Körper erkennt er, dass er von den Ärzten als Sensation, ja als Objekt für Studien missbraucht wird. Doch Joe findet einen Weg zu kommunizieren. Er fordert sein Recht auf einen würdigen Tod.
Geschichte und Wirkung des Romans
Am 3. September 1939, nur zwei Tage nach Beginn des II. Weltkrieges, erschien Dalton Trumbos Roman Johnny Got His Gun. Der Titel ist Anspielung auf die Kampagne „Johnny get your gun“ („Johnny, hol dein Gewehr“), mit der damals seit Jahrzehnten junge Männer für den Dienst in der US-Armee angeworben werden. Das Buch machte den Autor berühmt. Es ist ein außergewöhnliches, ein schreckliches Buch: brutal und doch voller Poesie, unendlich grausam, aber voller Liebe. So schonungslos wie Trumbo hat noch niemand vom Krieg erzählt, aber auch nicht so bewegend von der Schönheit und den Werten des Lebens. Nur wenige Jahre später werden Tausende Amerikaner mit Verweis auf Johnny Got His Gun den Dienst an der Waffe verweigern.
Die tschechoslowakische Übersetzung des Romans aus dem Jahr 1979 von Otakar Lanc heißt Johnny si vzal pušku, die modernere Übersetzung ins Slowakische (2022) von Daniela Krnáčová trägt den Titel Johnnymu dali pušku.
Regie: Jimena Echeverri Ramirez
Es spielt: Jonas Maria Lubisch